Mut mal pragmatisch: Einfach mal Kopfstand machen

Mut ganz pragmatisch. Einfach mal Kopfstand machen, sagt mir Alexandra Lux. Alexandra ist Mutmacherin im Bereich Erziehung und Bildung. Ich habe Alexandra im Mutinterview befragt. Hört einfach mal rein und / oder lest ihren Gastbeitrag hier im Blog über „mutige Wege in Bildung und Erziehung“:

Mutige Wege in Bildung und Erziehung

Ganz schön mutig, heutzutage Kinder in die Welt zu setzen? Mutiger als früher?

Was ist daran mutig?

  • Weil man nicht weiß, wie sich DAS alles weiter entwickelt? – Wann wusste man das je?
  • Weil die Natur immer mehr zerstört wird? – Dann könnten wir das ändern!
  • Weil unsere Gesellschaft immer kinderfeindlicher wird? – Das ändert sich wahrscheinlich nicht, wenn es immer weniger Kinder gibt.
  • Weil man selbst mehr zurückstecken muss? – Das ist so! Dafür bekommt man Welten eröffnet, die einem sonst verschlossen bleiben.
  • Weil Kinder teuer sind? – Das darf wohl jeder selbst entscheiden….

Bestimmt gibt es noch viele weitere Gründe. Mut im Zusammenleben mit Kindern braucht es sicher. Immer wieder. Jeden Tag. Denn das Leben wird um so vieles unberechenbarer.

Früher war tatsächlich einiges einfacher. Einfacher hinsichtlich der Möglichkeiten. Kinder zu haben war relativ klar geregelt. Genauso wie unsere gesellschaftlichen Vorstellungen. Das macht man so. Das gehört sich so, oder auch nicht. Der Erziehungspfad war eng gesteckt. Heute ist er bedeutend breiter und um einiges vielfältiger. 

Mut den eigenen Weg zu gehen

Es braucht Mut, den eigenen Weg zu gehen. Denn er muss immer wieder erklärt werden. (Im Übrigen, muss man auch erklären, wenn man es so macht, wie es schon immer war.)

Es braucht Mut, den “konventionellen” Weg zu gehen, denn es kann sein, dass dieser dem eigenen Inneren widerspricht. Und dann fühlt man sich selbst unwohl, und diese Unsicherheit überträgt sich auf die Kinder und die ganze Familie.

Genau deswegen habe ich meine Vorträge konzipiert. Ich erlebte immer wieder Eltern und auch Pädagogen, die auf der Suche waren. Die Dinge ausprobierten und merkten, dass sie entweder so gar nicht zu ihnen passten, oder die auch gar nicht funktionierten. Mutlos habe ich sie oft erlebt. So sind also meine Vorträge entstanden, dann sind sie zu Webinaren geworden. Damals übrigens ein sehr mutiger Weg 😉 Und aus den Webinaren wurde ein Buch. – Für das mir früher übrigens der Mut fehlte. –

Nun heißt es “MUT” – in der zweiten überarbeiteten Auflage. Neuer Verlag, neues Cover, neuer Titel. Ich möchte mit diesem Buch Impulse geben für mehr MUT in der Begleitung von Kindern, auf die Intuition zu hören und ihr zu vertrauen. Denn alle Eltern haben sie. Doch in der heutigen Zeit der vielen Rat-Schläge und den vielen Rat-Gebern – gedruckt oder in Personenform – braucht es schon Mut, wieder in sich hinein zu hören und danach zu handeln.

Auf die Intuition hören

Auf die Intuition zu hören passt oft besser zur ganz eigenen Situation. Denn Ihre Familie ist einzigartig. Ihr Kind ist einzigartig. Sie sind einzigartig. Und die Situation ist erst recht einzigartig. Wie kann dann ein allgemeiner “Erziehungstipp” gelten? – Den kann man mal durchdenken, kann sein, dass er passt. Muss aber nicht. Ihre Intuition weiß genau, was zu Ihnen und Ihrem Kind passt.

Um Ihre Intuition wieder zu finden habe ich in meinem Buch viele Reflexionsaufgaben eingebaut, so dass es durchaus auch als Arbeitsbuch zu sehen ist. Diese Reflexionen helfen dem Leser die eigene Sichtweise zu überdenken und zu erweitern. Somit ist das Buch kein Rat- sondern ein IMPULS-Geber. 

Mehr Mut im schulischen Kontext

Für mehr, viel mehr Mut plädiere ich auch im schulischen Kontext. Seit vielen Jahren engagiere ich mich im bildungspolitischen Bereich um die Weiterentwicklung, oder besser Erneuerung unseres Schulsystems voranzubringen.

Auch das erfordert von allen Beteiligten viel Mut. Leider bringen unsere Bildungspolitiker diesen so gar nicht auf. Zum Glück erlebe ich viele Pädagogen, die mit Kraft und Herz neue Wege gehen und das nicht nur mit der Montessori-Pädagogik, die es mir ganz besonders angetan hat. Maria Montessori, eine Italienerin, die um 1900 die pädagogische Sichtweise auf den Kopf stellte, bewies bei all ihren Lebensschritten auch schon sehr viel Mut. – Es lohnt sich, ihre Biographie zu lesen.

Es wäre schon sehr mutig, ein Schulsystem abzuschaffen, das ursprünglich dafür vorgesehen war, die Bevölkerung für die Armee oder die Industrie fit zu machen. Es wäre schon mutig, einmal darüber nach zu denken, ob wir DAS Schulsystem in unserer heutigen Gesellschaft noch so brauchen!

Deshalb brauchen auch Eltern oft Mut oder viel ehrliche Überzeugung, ihr Kind auf Privatschulen zu geben, die anders arbeiten. Mit einigen engagierten Menschen habe ich selbst eine Montessori-Schule gegründet. Das erforderte weniger Mut, als viel mehr Engagement und Herzblut.

Auch das Bildungs- und Schulthema kommt im Buch nicht zu kurz. Viele Lern-Impulse finden sich auch auf meinem Lernblog “Hundert Welten.

Ich wünsche mir – für unsere Gesellschaft und eine lebenswerte Zukunft – mehr Mut. Mut, andere Wege zu gehen. Denn Entwicklung und Fortschritt basiert immer darauf, gewohnte Pfade zu verlassen.

Ich wünsche uns allen den kindlichen Mut des Weltentdeckens und den jugendlich pubertären Mut in Frage zu stellen und neue Welten zu schaffen.

Danke an Alexandra Lux, für diesen Gastbeitrag und Ihren Beitrag zum Mutausbrüche – Projekt.

Kann man scheitern, fragt Alexandra: „Ich mach einfach.“ 

Was sagt Ihr dazu?

Hier gibt es mehr zu Alexandra Lux und Ihrer Arbeit:

Alexandra Lux – www.alexandra-lux.deinfo@alexandra-lux.de 

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